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Interview mit der Seniorenbeauftragten der BVG, Christine Albrecht
Kategorie: Nachrichten, Aktuelles, Interviews
Nach einer Podiumsdiskussion mit Senioren im November 2012 anlässlich des Films "Blickwinkel Gropiusstadt" hat das Quartiersmanagement Kontakt zur Seniorenbeauftragten der BVG, Christine Albrecht, aufgenommen und ihr einige Fragen gestellt, um den Anliegen der Senioren nachzugehen:

Frau Albrecht, was sind Ihre Aufgaben als Senio­renbeauftragte der BVG?

Ich muss voranschicken, dass ich sowohl Beauftragte für Senioren bin als auch für Fahrgäste mit Behinderungen. Und das zeigt schon ein wenig, in welche Richtung meine Aufgaben gehen: Die BVG legt großen Wert darauf, für alle Fahrgäste ein sicheres und komfortables Verkehrsangebot anzubieten und meine Aufgabe ist es, bei allen Planungen darauf zu achten, dass die Bedürfnisse von Senioren und behinderten Fahrgästen in die Vorhaben einfließen und unsere Angebote immer barrierefreier werden.

Seit wann gibt es Ihre Stelle und ist die der Tatsache geschuldet, dass die Berliner Bevölkerung immer älter wird?

Die Stelle der Beauftragten für Fahrgäste mit Behinderungen gibt es schon seit 2005. Seit 2007 habe ich diese Tätigkeit übernommen. Vor etwa zwei Jahren wurde das Aufgabengebiet um die Senioren erweitert, weil deutlich wurde, dass diese beiden Kundengruppen zum Teil sehr ähnliche Anforderungen haben. Schon heute ist jeder 3. Stammkunde der BVG über 50 Jahre alt und in den nächsten Jahren wird diese Kundengruppe wegen der bekannten demographischen Entwicklung in Deutschland weiter wachsen.

Mit welchen Beschwerden/Problemen werden Sie am häufigsten konfrontiert?

Erfreulicherweise sind Beschwerden und Probleme gar nicht so häufig. Wir investieren ja sehr viel Geld, um unsere alten U-Bahnhöfe nach und nach mit Aufzügen auszurüsten. 2020 soll dieses Vorhaben abgeschlossen werden. Und wir modernisieren kontinuierlich unseren Fahrzeugpark, damit auch mobilitätsbehinderte Menschen bequem mit uns fahren können. So sind schon seit Ende 2009 alle Busse barrierefrei und bei der Straßenbahn wird es 2017 so weit sein. Genau so viel Wert legen wir darauf, unser Personal zu schulen und für die Bedürfnisse aller Fahrgäste zu sensibilisieren. Eigene Versuche, mit Rollstuhl oder Rollator in unsere Fahrzeuge zu steigen, gehören zum Beispiel schon seit Jahren zur Ausbildung des Fahrpersonals.

Eher sind Fragen zu beantworten, wie z.B. „wie verhalte ich mich am besten in Bus und Bahn, wenn ich mit dem Rollator unterwegs bin? Wann wird ‚mein‘ U-Bahnhof einen Aufzug bekommen?“ usw.  Die Gropiusstadt hat übrigens auf dem U-Bahnhof Lipschitzallee schon sehr früh, nämlich 1989,  einen Aufzug erhalten. Das war damals der 5. Aufzug, der bei der BVG überhaupt eingebaut wurde. Über ihn haben sich ganz sicher nicht nur ältere Menschen gefreut, sondern natürlich auch die vielen jungen Familien, die mit Kinderwagen unterwegs waren. Mittlerweile war er selber schon „Senior“ geworden und hatte seine Zipperlein, so dass er im vergangenen Jahr gegen einen moderneren und robusteren ausgetauscht wurde, der jetzt wieder zuverlässig zur Verfügung steht.

Welche Ideen gibt es, die für Senioren das Fahren mit der BVG noch mehr erleichtern?

Wir arbeiten weiter an unserem Aufzugsprogramm. Allein in diesem Jahr werden auf 16 U-Bahnhöfen Arbeiten für neue Aufzüge durchgeführt, 4 der Bahnhöfe befinden sich in Neukölln: Blaschkoallee,  Wutzkyallee,  Leinestraße und Boddinstraße. Dann sollen die Informationen in den Fahrzeugen weiterentwickelt werden. Busse und Straßenbahnen haben Monitore erhalten, auf denen die nächsten Haltestellen und Anschlüsse angezeigt werden. Und seit mehr als einem Jahr arbeiten wir unter dem Stichwort „Senioren beraten Senioren“ mit Ruheständlern zusammen, die nach einer gründlichen Ausbildung ehrenamtlich Vorträge halten, Mobilitätsberatung geben oder auch kostenlose Veranstaltungen unterstützen, in denen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten unserer Internet-Fahrplanauskunft vorgestellt werden (siehe www.BVG.de, unter "Service"/ "Barrierefrei durch Berlin".

Kennen Sie unsere Mobilitätstrainings? In jedem Jahr bieten wir etwa 10 Termine an, bei denen geübt werden kann, wie man sicher und bequem in die Fahrzeuge einsteigt und worauf man als Senior bei der Nutzung von Bus und Bahn sicherheitshalber achtet. Ein solches Training haben wir mit einem Bus auch schon am U-Bahnhof Lipschitzallee angeboten. Dabei kommt man immer auch ins Gespräch und lernt voneinander. Ein Ergebnis dieser Gespräche sind z.B. unsere Hinweise für Rollator-Nutzer (Informationen finden Sie in unserem Faltblatt „Berlin barrierefrei 2012“, das kostenlos in allen BVG-Verkaufsstellen ausgeben wird). Für dieses Jahr sind die Trainings abgeschlossen. Die Termine für das nächste Jahr finden Sie ca. ab März in unserem Fahrgastmagazin plus und auf www.bvg.de/index.php/de/951098/name/Seniorenkurse.html Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen!

An wen können sich Senioren wenden, wenn sie Missstände am U-Bahnhof aufzeigen wollen?

Auf allen unseren U-Bahnhöfen befinden sich auf den Bahnsteigen Informations- und Notrufsäulen. Sie sind genau dafür da, dass man auf dem kurzen Weg per Knopfdruck mit den Kolleginnen und Kollegen in den Leitstellen für Sicherheit und Service Kontakt aufnimmt und sich mit seinen Fragen und Hinweisen an einen kompetenten Gesprächspartner wenden kann. Die Hinweise werden dann umgehend an die zuständigen Fachabteilungen weitergegeben.

Hier in unserem Quartiersmanagement-Gebiet Gropiusstadt leben zu über 40% Menschen ab 55 Jahre. Vor allem am U-Bhf. Lipschitzallee sind immer wieder die Rolltreppen defekt und es dauert sehr lange, bis sie repariert sind. Woran liegt das?

In den vergangenen Wochen waren auch nach unseren Erkenntnissen leider eine Reihe von Ausfällen an beiden Fahrtreppen zu verzeichnen. Die Ausfälle wurden überwiegend durch technische Störungen verursacht und trotz intensiver Fehlersuche konnten die Ursachen dafür bisher noch nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Unter anderem wurden als Sofortmaßnahme und zur Eingrenzung der Fehlerursachen alle elektrischen Steckverbindungen überprüft. Die BVG steht im engen Dialog mit dem Fahrtreppenhersteller und arbeitet an einer Lösung der bestehenden Probleme, um eine akzeptable und nachhaltige Fahrgastverfügbarkeit für diese Fahrtreppen zu erreichen.

Frau Albrecht, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Selma Tuzlali







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Veranstaltet von der Evangelischen Kirche in der Gropiusstadt, Dreieinigkeit und der kath. Kirche St. Dominicus

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Lipschitzallee 74